Das neuartige Corona-Virus hat die Welt durcheinandergewirbelt und gezeigt, dass vielerorts das Gesundheits- und Bildungssystem nicht funktioniert. So auch im südamerikanischen Land Ecuador. Die Zahlen (Stand November 2020) sprechen eine deutliche Sprache: Bisher über 175 000 Infizierte, mehr als 12 000 Tote, Hunderttausende, die ihre Arbeit verloren haben. Arbeitslose sind gezwungen, ihre Waren an der Straße zu verkaufen, um ihr tägliches Brot zu haben.

In den dramatischen Monaten des Beginns der Pandemie im Frühjahr erreichte Nora Angulo-Göbel, eine in Ecuador geborene und nun in Bonn lebende Physiotherapeutin, der Hilferuf ihrer Schwester Jacqueline aus Quinindé, einer Stadt in der Provinz Esmeraldas. Die ebenfalls als Mutter betroffene berichtete von Kindern aus Armenvierteln, die abgehängt sind und keine Chance auf Bildung mehr haben, weil der Unterricht nicht stattfinden kann, sie aber mangels technischer Ausrichtung beim Homeschooling nicht in der Lage sind, die von ihren Lehrern übers Internet verschickten Hausaufgaben zu empfangen.

Ein privat von Nora Angulo-Göbel organisierter Spendenaufruf hatte sofort große Resonanz: Die erste Sammlung erbrachte so viel Geld, um für Quinindé einen PC, Drucker und Papier zu beschaffen. Eine erste Hilfe für Schülerinnen und Schüler in Bildungsnot.

Doch weitere Unterstützung wird gebraucht – und um der Hilfe eine breitere Basis zu geben, wurde von Nora Angulo-Göbel mit der Unterstützung einiger Bonnerinnen und Bonnern der Verein Cucuyo Schule der Zukunft, Ecuador e. V. gegründet. Er ist innerhalb kürzester Zeit ins Vereinsregister des Amtsgerichts Bonn eingetragen worden, das Finanzamt hat ihn inzwischen für gemeinnützig erklärt, so dass Spenden steuerlich absetzbar sind. Das vom Bonner Institut für Migrationsforschung und interkulturelles Lernen getragene MIGRApolis Haus der Vielfalt hat für den Start eine Förderzusage erteilt.